ASSoAS – Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen e.V.
ASSoAS ist der Berufsverband von und für Menschen in der Sexarbeit in Deutschland. Wir vertreten die Interessen aller, die erotische oder sexuelle Dienstleistungen anbieten – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Arbeitsbereich oder Aufenthaltsstatus. Der Verband wurde von Sexarbeitenden selbst gegründet, weil eine eigene Stimme in politischen und gesellschaftlichen Debatten fehlte. Wir setzen uns für die vollständige Anerkennung von Sexarbeit als Beruf, für bessere Arbeitsbedingungen und gegen Diskriminierung und Stigmatisierung ein.
Warum es uns gibt
Die Gründung von ASSoAS war eine Reaktion auf eine zunehmende Fremdbestimmung durch Politik und Gesetzgebung. Besonders das Prostituiertenschutzgesetz von 2017 hat gezeigt, dass Sexarbeitende zu oft zum Objekt von Debatten gemacht werden, ohne dass ihre Erfahrungen und Bedürfnisse wirklich zählen. Wir wollten uns nicht länger von anderen vorschreiben lassen, wie wir zu arbeiten und zu leben haben. Deshalb haben wir uns zusammengeschlossen, um unsere Expertise aus der Praxis in die politische Arbeit einzubringen und eine selbstbestimmte Interessenvertretung aufzubauen.
Was wir tun
Der Verband bietet seinen Mitgliedern konkrete Unterstützung im Arbeitsalltag. Das reicht von Rechtsberatung und Hilfe bei Behördengängen bis zu Weiterbildungen und kollegialem Austausch. Parallel dazu arbeiten wir auf politischer Ebene: Wir sprechen mit Ministerien, Abgeordneten und Fachgremien und formulieren Gesetzesvorschläge, die die Rechte von Sexarbeitenden stärken, anstatt sie unter Generalverdacht zu stellen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Öffentlichkeitsarbeit. Mit Kampagnen, Stellungnahmen und Veranstaltungen treten wir Vorurteilen entgegen und machen die Vielfalt der Sexarbeit sichtbar.
Unsere Haltung
ASSoAS steht für Selbstbestimmung, Respekt und Solidarität. Wir lehnen jede Form von Kriminalisierung und jede Politik ab, die Sexarbeitende entmündigt. Das schwedische Modell, das die Nachfrage bestraft und die Arbeit in die Illegalität drängt, gefährdet nach unserer Überzeugung die Sicherheit und die Rechte der Beschäftigten. Stattdessen setzen wir uns für eine Regulierung ein, die auf den Prinzipien von Arbeitsschutz, Transparenz und Gleichberechtigung beruht und die von Betroffenen selbst mitgestaltet wird. Wir vertreten alle, die in diesem Berufsfeld tätig sind, und schließen niemanden aus – unabhängig davon, ob jemand freiwillig, aus ökonomischen Gründen oder unter anderen Bedingungen arbeitet.
Wer Mitglied werden kann
Mitglied bei ASSoASS können alle Menschen werden, die in der Sexarbeit arbeiten oder den Verband solidarisch unterstützen möchten. Eine Mitgliedschaft bietet Zugang zu einem bundesweiten Netzwerk, vertraulicher Beratung, regelmäßigen Informationen über politische Entwicklungen und die Möglichkeit, die Ausrichtung des Verbands aktiv mitzugestalten. Der Austausch unter Kolleg*innen stärkt die Handlungsfähigkeit jedes Einzelnen und macht uns gemeinsam zu einem wirksamen Gegenüber für Politik und Gesellschaft.
Vernetzung und Sichtbarkeit
ASSoAS ist kein isolierter Akteur. Wir arbeiten mit anderen Berufsverbänden, Gewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen zusammen, um die Rechte von Sexarbeitenden auch international zu stärken. Unsere Stimme bringen wir in europäische Debatten ein und unterstützen Kolleg*innen in anderen Ländern, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Gleichzeitig legen wir großen Wert auf Präsenz in den Medien, denn nur wer sichtbar ist, kann Klischees aufbrechen und ein realistisches Bild der Branche zeichnen.
Ein Beruf wie jeder andere
Sexarbeit ist für uns eine Dienstleistung, die Respekt verdient. Anstatt unsere Arbeit moralisch zu bewerten oder mit falschen Heilsversprechen zu verbessern, braucht es praktische Rahmenbedingungen, die Sicherheit, Würde und soziale Absicherung garantieren. Dafür macht ASSoAS sich stark – mit fachlicher Kompetenz, langjähriger Erfahrung und dem unbeirrbaren Anspruch, dass diejenigen, die es betrifft, endlich diejenigen sind, die gehört werden.